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Die Arbeitsunfähigkeit steigt mit dem Alter
Welche Krankheiten herrschen vor?
Muskel-Skelett-Erkrankungen stehen im Vordergrund
Die größten Unterschiede im Volumen der Arbeitsunfähigkeitstage zwischen den Altersgruppen zeigen sich in den Diagnosegruppen „Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems“ und „Erkrankungen des Kreislaufsystems“. Eine deutliche Differenz ist auch bei den „psychischen und Verhaltensstörungen“ erkennbar, bei denen die ältesten Arbeitnehmer/innen ein dreimal so hohes Volumen aufweisen wie die jüngsten.
Bei Betrachtung der Erkrankungshäufigkeit fällt auf, dass mit zunehmendem Alter Erkrankungen der Atemwege und Verletzungen / Vergiftungen seltener, Muskel-Skelett-Erkrankungen, Krankheiten des Kreislaufsystems und psychische und Verhaltensstörungen häufiger auftreten.
Bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen steht die Diagnose Rückenschmerzen bei allen Altersgruppen im Vordergrund (Abbildung 6). Mit zunehmendem Alter steigen die Arbeitsunfähigkeitstage bei allen Einzeldiagnosen an.
Erkrankungen des Kreislaufsystems und psychische Erkrankungen
Bei den Erkrankungen des Kreislaufsystems zeigt sich in den häufigsten Einzeldiagnosen ein gravierender Unterschied im Erkrankungsvolumen zwischen den Altersgruppen. Während bei den jüngsten Altersgruppen bis 40 Jahre die Erkrankungsvolumina minimal sind, treten bei den über 40-Jährigen als sechs häufigste Diagnosen auf: Essentielle Hypertonie (Bluthochdruck), chronisch ischämische Herzkrankheiten (mangelhafte Durchblutung des Herzens), Varizen der unteren Extremitäten („Krampfadern“), Angina Pectoris (Herzenge) und Hirninfarkt. Die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund dieser Einzeldiagnosen steigen schon bei den über 40-Jährigen an. Ein deutlicher Anstieg der Erkrankungsvolumina ist bei der Gruppe der über 50-Jährigen zu beobachten.
Bei psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen ist in allen Altersgruppen die Diagnose Depressive Episode am häufigsten. Das Erkrankungsvolumen dieser Diagnose nimmt jedoch mit zunehmendem Alter kontinuierlich zu. Große Unterschiede bestehen auch in den Diagnosen Somatoforme Störungen, rezidivierende depressive Störung, Angststörungen und Störungen durch Alkohol. Die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund dieser Einzeldiagnosen steigen mit zunehmendem Alter kontinuierlich.
Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Unterschiede im Krankenstand zwischen jüngeren und älteren Altersgruppen sind bei den Facharbeiter/innen und Arbeiter/innen am größten. Die Differenzen sind hauptsächlich auf die Diagnosegruppen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, des Kreislaufs und auf psychische und Verhaltensstörungen zurückzuführen. Gesundheitsförderungs- und Präventionsmaßnahmen sollten daher verstärkt diese drei Krankheitsfelder im Fokus haben.
Autor:
Petra Homberg
AOK – die Gesundheitskasse in Hessen